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Chris Norman

Close Up

Veröffentlicht: 05.10.2007 / edel records

Von: Andreas Weist

Chris Norman Close Up

Was ist mir denn da in mein Rezi-Körbchen geflattert? Ein neuer Longplayer von Chris Norman? Da rechnet man doch mit dem schlimmsten... Ich war nie ein Fan von Smokie, und auch Songs wie „Midnight Lady“ fand ich nervig ohne Ende. Schimanski-Tatort hin oder her. Meine Erwartungen waren also nicht besonders hoch. Umso überraschter war ich dann doch von dem Wohlklang, der aus den Boxen tönte.

Erster positiver Aspekt: Norman besinnt sich auf seine eigenen Songwriter-Qualitäten und verzichtet auf die fragwürdige Unterstützung eines Hitmachers wie Dieter Bohlen. Auffälligstes Merkmal ist natürlich die Stimme. Rauchig verlebt, unter Tausenden Radio-Interpreten sofort wiederzuerkennen. Instrumental ist absoluter Minimalismus angesagt, so dass der Gesang noch stärker betont wird. Das Album ist komplett akustisch ausgelegt und lebt überwiegend von Gitarren- und Pianoakkorden, ein wenig Mundharmonika und ganz dezentem Streichereinsatz.

Wahrscheinlich war es die Acoustic Tour 2004 und die dazugehörige recht erfolgreiche Live-CD, die ihn auf diesen Weg führte.Close Up klingt abgeklärt und ehrlich. Das Alterswerk eines Künstlers, der sich niemandem mehr beweisen muss. Norman hat mit Smokie und im Anschluss an diese Ära viel erlebt, von dem er noch immer zehren kann.

Vergleiche mit Songwritern wie Dylan und Cat Stevens wären vermessen, aber er reicht erstaunlicherweise ziemlich nah ran. Das Album klingt wie aus einem Guss. Man könnte auch sagen: etwas eintönig. Aber das haben Akustik-Alben nun mal so an sich. Songs besonders hervorzuheben, fällt mir schwer. Vielleicht das zweistimmig eingesungene „When A Love Affair Ends“, das gelungene Streicherarrangement von „Baby I Call Your Name“ oder das auffällig mit Mundharmonika eingespielte „Survival“.

Irgendwie hat man das Gefühl, dass Norman sich von allem Ballast der Vergangenheit frei gesungen hat. Es könnte eine spannende Tour werden, die ihn im November nach Deutschland führt. Und vielleicht verzichtet er dann mal auf diesen unsäglichen Alice-Song, der die Schar der Angetrunken mit „Who the fuck is...“ aufleben lässt. Das wäre das endgültige Symbol dafür, alle Konventionen hinter sich zu lassen.

 
 
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